Nimm Deine Gesundheit selbst in die Hand - mit den 7 Säulen des Heilens in der Taoistischen Medizin


Es ist keine Überraschung, dass verschiedene Komponenten für ein gesundes Leben notwendig sind. Gut essen, Bewegung und Stress vermeiden, liest man ja ständig und überall. Das Ziel sollte sein, die Gesundheit zu erhalten und nicht erst aktiv zu werden, wenn sich bereits unangenehme Sympthome zeigen. Dies macht auf den Großteil der traditionellen chinesischen Medizin (TCM), was für viele hierzulande ein Begriff ist. Doch auch zum TCM-Arzt gehen wir ersst, wenn sich etwas nicht mehr gesund anfühlt und sehen viel Verantwortung beim ihm und erwarten, dass er etwas "wieder ganz" macht. Darum möchte ich dir heute die 7 Schritte der taoistischen Heilung aufzeigen. Denn davon liegen die meisten Maßnahmen im Handlungsrahmen des Einzelnen selbst. Es ist sicherlich ein guter Zeitpunkt, sich etwas von unserem "Gesundheitssystem" frei zu machen und sich klar zu werden, dass man seine Gesundheit selbst in der Hand hat.


Die taoistische Medizin unterscheidet 7 Säulen des Heilens, bei der erst die letzte Option ein chirurgischer Eingriff ist, Pävention und Gesundheitserhaltung findet vorher statt:


1. Meditation

2. Atmung

3. Ernährung

4. Bewegung

5. Kräuterarznei

6. Akupressur, Massage, Bäder

7. Akupunktur

8. Chirurgie


Hier findest du die Erklärungen, sowie Übungen und Tipps zu den einzelnen Säulen:


1. Meditation

Gesundheitserhaltung fängt bereits bei den Gedanken an. Die oberste und wichtigste Stufe ist bei den Taoisten die der Meditation. Damit ist die Kraft der Gedanken gemeint. Das, was wir GLAUBEN und DENKEN, wirkt sich derart kraftvoll auf den Rest unseres Wohlbefindens aus, dass es negative Glaubenssätze und körperlich krank machen können. Hierzu gibt es inzwischen auch ausreichend wissenschaftliche Belege, trotzdem finden diese Erkenntnisse in der Schulmedizin kaum Anerkennung. Hier liegt der Fokus immer auf dem managen des „Krankseins“. Die moderne positive Psychologie hat dieses Prinzip aber verstanden und versucht mit einem Patienten ein „Gesundsein“ anzustreben. Der Fokus liegt also im Gesunden und nicht darauf, etwas Krankes zu Heilen. Diese Verschiebung der Aufmerksamkeit ist der Schlüssel zu einer höheren Lebensqualität.


Nicht lebensbejahende, also negative Gedanken, machen uns auf Dauer krank. Es lohnt sich unbedingt, sich klar zu machen, welche hässlichen Gedanken, wir über uns selbst und andere Denken. Gedankn haben Kraft und Wirkung. Du kannst so gesund essen, wie du willst, aber wenn du dir jeden Tag 10 mal sagst, wie hässlich du dich findest oder deine Wut auf andere in dich hineinfrisst, dann wirst du dich auf Dauer ebenso krank machen, als wenn du Fastfood und Drogen nimmst. Du schadests Dir.

Eine Übung kann sein, einmal allen negativen Glaubensätze aufzuschreiben und diese an umzuformulieren. Aus einem "ich bin zu dick" kann ein "ich habe eine Schutzhülle gebildet, in der ich so manches, was ich nicht anschauen konnte, weggepackt habe. Mein Körper hat mich geschützt, dafür bin ich ihm dankbar" werden. Aus einem "ich hasse meinen Vater dafür, dass er mich verlassen hat" kann vielleicht ein "mein Vater konnte nicht für mich da sein, wie ich es gebraucht habe, jetzt bin ich erwachsen und ich verzeihe ihm, um meinetwegen, damit ich ohne diese Last nach vorn schauen kann". Aus einem "ich muss (putzen/ arbeiten/ mich um die Kinder kümmern)", was sich sehr nach Zwang anfühlt, könnte auch ein "ich DARF (meinen Lebenraum wieder schön machen/ ich darf mir ein Tauschmittel erwirtschaften, mit dem ich mir Wünsche erfüllen kann/ ich darf am Leben meiner Kinder teilnehmen und sie begleiten, tolle Erwachsene zu werden. Das ist Zeit, an die wir uns erinnern und die uns verbinden). Jeden Tag kannst du einen Glaubensatz fokussieren, und somit vielleicht loslassen. Loslassen ist im Taoismus von zentraler Bedeutung, denn es macht uns freier.

Beim Streben nach Wissen wird täglich etwas hinzugefügt. Bei der Einübung ins Tao wird täglich etwas fallen gelassen.Laotse

2. Atmung

Loslassen kann man auch wunderbar mit Atemübungen. die Lunge ist das Kontaktorgan und, wie die Haut, verbindet uns mit der Außenwelt. Wir nehmen mit der Luft Lebensergie (chi, ki, Prana) auf und übergeben sie in unser Blut. Mit dem Atem können wir allerdings auch unser Nervensystem aktiv beruhigen und ihn für Atchsameitsübungen nutzen. Fun Fakt: Die erste Atem-Aktivität des Lebens ist nicht die Einatmung, sondern die Ausatmung! Babys atmen erst aus, um Fruchtwasser, etc, loszuwerden, dann ein! Die meisten Atemübungen beginnen mit der Einatmung. Versuch es doch am andersherum mit dieser Übungenfür bewusstes loslassen.

1. Setze dich aufrecht hin der liege bequem.

2. Atme alles aus, aktiv, um dann

3. die Luft von allein zu dir kommen zu lassen, vielleicht magst du sie dir als weißes oder goldenes Licht (oder in deriner Lieblingsfarbe) vorstellen.

4. Atme nun die verbrauchte Luft (vielleicht als Farbe grau, dunkelblau) bewusst und so langsam wie möglich aus, mit verläßt alles, was du nicht mehr brauchst deinen Körper. So kannst du Emotionen, Erinnerung, Ärger, etc. einfach loslassen.

5. Dies kannsts du für mndestens 3 Atemzüge - oder wie lange du Lust hast - praktikzieren, danach halte einen Moment inne und spüre nach, was sich jetzt anders anfühlt.


3. Ernährung

Du bist, was du isst. Essen ist Medizin. So sollten wir auch alles, was wir unserem Körper zuführen eine Ungefähre Ahnung haben, was wir damit bewirken. Ernährung in der TCM oder im Taoismus hat einen sehr hohen Stellenwert bei der Prävention von Krankheiten. Art und Qualiltät der Nahrungsmittel, sowie Menge und Tageszeitpunkt/ Jahreszeit sind Kriterien, um nach den 5 Elementen (Wasser, Holz, Feuer, Erde, Metall) ausgewogen genährt zu sein. Jeder Mensch hat eine andere Grundkonstitution und Lebensumstände, und somit ganz individuelle Bedürfnisse. Was der eine verträgt, tut dem anderen gar nicht gut. Daher sind allgemeine Diätvorschriften wenig sinnvoll und funktieren nicht. Es lohnt sich sehr, sich tiefer mit der Ernährung nach den 5 Elementen zu befassen.

Man kann ungemein viel über sich und die eigenen Eigenschaften und Bedürfnisse lernen. Das Internet ist voll mit kostenlosen Videos zur Orientierung. Auch ein TCM-Ernährungsberater kann weiterhelfen. Probiers aus.

Hier schon mal ein paar Tipps, die den meisten gut tun:

1. Esse ein warmes Frühstück (Eier, Porridge)

2. Esse an einem heißen Sommertag vielleicht nichts total Scharfes, dafür an einem kalten Wintertag, wenn dir eh fröstelig, keinen Salat, sondern Suppen oder Eintöpfe.

3. das neutralste was du zu dir nehmen kannst, ist heißes Wasser. Es kann dich ein wenig harmonisieren.

4. Esse immer regional und nach der Saison, dann hat Mutter Natur dir genau die Dinge bereitgestellt, die für die jeweilige Jahreszeit gut sind. (Wurzelgemüse im Winter, Kräuter & Bätter in der warmen Jahreszeit)

5. Esse nichts "unechtes", Industriezucker, Weißmehl, Glutamat, Alkohol, zuviel Kaffee, Fertigprodukte...diese Dinge sind keine "Lebensmittel" haben sehr toxische Eingeschaften, die deinen Körper schwächen.

6. Essen bunt, wenn du jede Farbe über den Tag hinweg mal gegessen hast, dann hast du vermutlich einseitiger Ernährung gut vorgebeugt.

7. Esse mehr Gekochtes, zuviel Rohkost kühlt die meisten Menschen aus. Es spricht nichts dagegen 2-3 Mal pro Tag warm zu Essen. Dazu gehören auch Kompotte, Suppen, Aufläufe...

8. Redduziere oder verzichte sogar ganz auf Milchprodukte, denn Milch ist für Tiere und nicht für Menschenkinder gedacht. Muttermilch hat eine ganz andere Zusammensetzung als Kuhmilch und ist für viele entzündliche Krankheiten mitverantwortlich. In der traditionellen asiatischen Küche spielen Milchprodukte keine Rolle. Das hat gute Gründe.


4. Bewegung

Es gibt nach taoistischer Lebensführung ein zuviel und ein zu wenig an Bewegung. Bewegung sollte guttun. Was sich nicht gut anfühlt und keinen Spass macht, ist es vielleicht auch nicht gut für dich. Das hängst stark von der jeweiligen Konstitution ab. Wichtig vor allem bei den Taoististen ist der Askpet der Leidenschaft. Wenn es dir keinen Spass macht und du dich jeden morgen zum joggen rausquälst, dann gibt es vielleicht bessere, sanftere oder verspieltere Bewegungssformen für dich. Tanzen, Klettern, Yoga, Animal Moves, Fensterputzen, Holzhacken, Gartenarbeit, Wandern, Aktivurlaub...Suche dir etwas aus, was dir Freunde macht! Es ist ok! Sport muss nicht Mord sein. Versprochen!


Tipp: Yoga ist ein ein sehr unfassendes Ding, bei dem neben Bewegun auch die die bewusste Entspannung, Selbstfürsorge, das Spüren der eigenen Grenzen, Ernährung und Gedanken mitgenommen werden können. Es gibt inzwischen so viele verschiedene Stile, dass für jeden das richtige ist. Falls du denkst, das Yoga nichts für dich ist, dann gib dem vielleicht nochmal mit einem anderen Stil eine Chance. Die gesundheitsfördernden Mehrwerte sind wirklich erstaunlich. Power/ Asthanga Yoga ist sportlich anspruchsvoller, Yin Yoga dagegen z.b. dehnt die Faszien und entspannt. Es wird auch gezielt als (psycho-)therapeutisches Werkzeug einsetzt.


5. Kräuterarznei

Kräuter, Tees und Tinkturen werden seit Jahrtausenden für viele Sympthome eingesetzt. Dieses Handwerk beherrschen nur sehr wenige und man sollte hierbei einen Spezialisten aufsuchen. Allerdings ist die Kräuterkunde nicht nur den Asiaten vorbehalten.

Aufgrund der zahlreichen guten Eigentschaften von Gewürzen, frischen Kräutern oder Tees.

Um einige Superstars unter den Kräutern zu nennen, mit denen man sehr wenig falsch machen kann:


1. Ingwer: kühlend, gleichzeitig wärmend, beruhigend und gleichtzeit anregend, was kann das schon? Zudem entzündungeshemmend, ein super Tipp bei Schwangerschaftsübelkeit,

2. Kurkuma: eine Wurzel, ist antibakteriell, entzündungshemmend, verdauungsfördend und noch vieles mehr. Frisch oder als Pulver ist sie aus keinem Curry wegzudenken. Tipp: Immer mit Pfeffer verwenden, damit das Curcumin aufgenommen werden kann.

3. Thymian: macht Mut, hemmt Entzündungen und bringt Urvertrauen.

4. Schachtelhalm: stärkt Haut, Schleimhaut, Bindegewebe und Knochen, als Tee genießen.

5. Koriander: Frisch oder getrocknet wirkt dieses leckere Küchenkraut entgiftend auf Darm und Leber, indem es sogar Schwermetalle bindet. Und lecker!

Es gibt so viele Kräuter, die bei uns in Gärten, Hängen und am Straßenrand wachsen. Man kann im Wald viel mehr essen, als die meisten Wissen. Alle Wildkräuter haben bitterstoffe, die unfassbar gesund sind. Es lohnt sich unbedingt mal mehr rauszugehen (oder an einer Kräuterwanderng teilzunehmen) und diese besser kennenzulernen. Außerdem kannst du gleizeitig Waldbaden.


6. Akupressur, Massage, Bäder

Tai Na (Chinesiche Ganzkörpermassage), Shiatsu (Japanische Akupressurmassage),

Chin Nei Tsang (Organmasssage) sind alles Methoden, um die Lebenserngie, Durchblultung und Entspannung wiederherzustellen. Diese Verfahren sind zwar zur Prävention und Vitalisierung gedacht, aber auch wenn sich bereits eine Krankheit entwickelt hat.




7. Akupunktur


Entlang den Meridianen (den Energieleitbahnen, die durch den ganze Körper fließen) werden je nach Sympthom Nadeln in die Haut gesetzt, die Blockaden und Spannungen ausgleichen.


8. Chirurgie

Unsere Schulmedizin befasst sich in erster Linie mit Verschriebung von Medikamenten, Therapien für Begewugnsapaarat (Physiotherapie, Massagen) und vielleicht auch noch ein wenig die Ernährung bei offensichtlichen Zusammenhängen, wie Diabetes. Und natürlich als letzten Ausweg: ein chirurgischer Eingriff. Mit der Idee, dass Zysten, Krabs und Co. sich auf keinen Fall von allein Rückbilden können...In den letzten Jahrzenten konnte sich wenigstens die Akupunktur bei uns etablieren und Krankenkassen haben das Konzept der Prävention verstanden und bezuschussen einen Kurs in z.B. Stressreduktion oder Rückenschule. Klingt nach viel? Aber was ist mit Atmung, Meditation (also auch dine Mentaler Zustand, Gedanken), Ernährung als Medizin, Käuterheilkunde, all diese Stufen werden von unserem Gesundheitsystem recht wenig aufgegriffen. Hier bist Du selbst gefragt! Unser "Gesundheits"-System (was ich vielleicht lieber hier Krankheitsmanagement nennen möchte) greift vor allem dann, wenn du bereits Sympthome hast und das Kind quasi schon in den Brunnen gefallen ist. Das sollte uns bewusst sein. Es sind aber diese 7 Säulen für ein langes gesundes Leben notwendig. Die Gute Nachricht: die meisten von Ihnen kannst du selbst bestimmen und gestalten.

Du selbst musst dich um dich kümmern! Bleib gesund und lebe Selbstfürsorge!



(Literatur: Das Tao der Akupressur (Lehrbuch): Achim Eckert)


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